01
Raspberry Pi
Zwischenzeitlich wurde während der Entwicklung von einem Raspberry Pi 4 auf einen Raspberry Pi 5 gewechselt. Die dafür zugrundeliegenden Performance-Probleme wurden allerdings später in erster Linie als Einschränkungen der Emulationsleistung von DOSBox identifiziert und konnten durch den Wechsel zu DOSBox-X beseitigt werden. Außerdem war urspünglich der Einsatz von Windows 98 als Einstiegspunkt für die Nutzeroberfläche angedacht. Hier gab es zum Ende allerdings größere Probleme in der grafischen Darstellung, die vermutlich durch Einschränkungen der Emulation auf einem ARM-Prozessor verursacht wurden. Auch durch den daraus resultierenden Wegfall von Windows 98 und Win98-Spielen wurden die Leistungsanforderungen deutlich eingeschränkt. Ob auch ein Raspberry Pi 4 ausreichend Leistung liefert, habe ich aber am Ende nicht mehr getestet. Nach eigener Einschätzung ist der Kühler den ich auf dem Raspberry Pi angebracht habe deutlich überdimensioniert. Aber auch hier habe ich letztlich bisher keine Test durchgeführt um eine benötigte Kühlleistung zu ermitteln.
02
Pantasy Retro 90s PC
Pantasy hat hier ein wirklich tolles Set kreiert. Vor allem die tollen Details, wie Mainboard und Grafikkarte, aber auch Diskettenlaufwerk sind sehr gelungen. Pantasy nutzt nach meiner Kenntnis GoBricks-Steine, die nach meinem Empfinden Qualitativ etwas höherwertig sind, als die vom Platzhirsch LEGO. Einzig der Minesweeper-Mechanismus im Monitor hat mich persönlich nicht so sehr überzeugt. Der Effekt ist nett, aber aus meiner Sicht nicht nötig. Der Mechanismus ist allerdings etwas wackelig und fällt gerne auseinander. Ich habe mich daher vor dem Umbau für den Einsatz der Pappkarten als Bildschirm entschieden. Auch musste ich feststellen, dass innerhalb des Monitors eine ordentliche Farbseuche bei den Steinen existiert (Du kannst es auf den Fotos vom Umbau sehr gut sehen), die absolut nicht nötig ist. Das wird ja oft zurecht bei LEGO kritisiert, trifft allerdings ebenfalls dieses Set von Pantasy zu.
03
Display
Herausfordernd war vor allem ein geeignetes Display für dieses Projekt zu finden. Dabei war nicht nur die Herausforderung ein Display mit passenden Abmessungen zu identifizieren. Gleichzeitig stellte sich die Frage über welchen Anschluss man das Display ansteuern sollte. Die meisten Displays laufen über LVDS. Hier wäre eine direkte Ansteuerung zwar grundsätzlich möglich, allerdings erwarten die Displays dennoch in der Regel eine 12V Versorgung für die Beleuchtung. Die Alternative wäre ein Anschluss über den MIPI DSI-Anschluss des Raspberry Pi. Hier war aber die Auswahl an Displays sehr gering und ich habe keine passenden Formate gefunden. Das hing vor allem auch damit zusammen, weil ich das 4:3 Format vom Pantasy-Set beibehalten wollte. Mit einem MIPI DSI Display wäre ein System möglich, dass um ein vielfaches kompakter ist, da Spannungswandler, wie auch Controller-Platine entfallen könnten.
Herausfordernd mag sicherlich auch die Beschaffung eines geeigneten Displays sein. Wer noch keine Erfahrungen mit der Kommunikation auf dem internationalen Markt (insbesondere dem Chinesischen), wie auch dem Kauf auf B2B-Plattformen wie Alibaba hat, wird hier sicherlich auch schnell an Herasuforderungen stoßen. Dazu gehört auch ein gewisses finanzielles Risiko, durch den internationalen Markt. Bei mir ist trotz mehrmonatiger Verspätung zum Glück alles gut gegangen.
04
Raspberry Pi Power Module
Als erfahrener Elektrotechniker, der viel mit Datenblättern zu tun hat, hatte ich meinen Spaß mit dem verwendeten Power Module. Das Power Module ist aktiv gekühlt. Kurz nach dem Einschalten, merklte ich aber, dass der Mini-Lüfter im Gegensatz zum Lüfter für den Raspberry Pi durchgehend läuft und auch stets mit voller Drehzahl. Das machte den Betrieb störend laut. Neben der Idee, den Lüfter durch einen eigenen Umbau zu drosseln, habe ich Beschreibung und Datenblatt des Power Modules ausführlich studiert. Hier gibt es zwar Andeutungen vom Hersteller, dass der Lüfter nur bei höherer Last benötigt wird, allerdings keine Aussagen dazu, was tatsächlich eine höhere Last ist. Meine Nachfrage beim chinesischen Hersteller wo die Grenze läg und was passiert, wenn man sie trotz abgeklemmten Lüfter überschreitet (Controller brennt durch, Controller begrenzt die Leistung, Controller altert schneller) kam sehr schnell, war aber wenig hilfreich: "Wir wissen nicht genau, wo die Grenze liegt und haben vor allem auch keine Ahnung, was passiert, wenn das Modul darüber betrieben wird.". Letztlich betreibe ich das Power Module aufgrund der geringen Auslastung des Raspberry Pi ohne Lüfter, habe aber bisher auch keinerlei Messungen zur tatsächlichen Leistungsaufnahme vom Raspberry Pi durchgeführt.
05
Maus und Tastatur
Ich habe mich während der Entwicklung für Funk entschieden um Maus und Tastatur zu verbinden. Es ist eine bewusste Entscheidung. nimmt etwas Retro-Feeling wegen der fehlenden Kabel, gleichzeitig vermeidet es zusätzliche Kabelführungen und sich daraus ergebende Herausforderungen. Leider ist die Auswahl an geeigneten Tastaturen und Mäusen mit Funkverbindung eher klein. Vor allem war es schwierig eine wirklich geeignete Tastatur für das Set zu finden. Es gibt praktisch keine Mini-Tastaturen mit klassischen hohen mechanischen Tasten. Ich denke daher auch weiterhin über eine Variante mit einer kabelgebundenen Version nach
06
Lautsprecher-Gehäuse
Ich habe die Lautsprecher am PC mit Hilfe von Bricklink Studio entworfen. Meine Erfahrung hier, wie auch bei anderen Sets, die ich dort entworfen habe, ist die, dass man etwas so genau durchplanen kann, wie man will. Am Ende muss man immer mindesten eine zweite Bestellung lostreten, weil irgendwas fehlt, vergessen wurde, oder dochj nicht passt, wie vorher ausgemessen.
Bestellt habe ich originale LEGO-Steine bequem über BrickLink (Nur gebrauchtes LEGO ist gutes LEGO 😉 ). Das funktioniert in der Regel problemlos, wenn man einmal die Bedienung des Systems verstanden hat. Alternativ habe ich mittlerweile auch gute Erfahrungen über alternative Shops wie Brick Owl, vor allem aber WoBrick gesammelt. Bei Wobrick dauert der Versand ein paar Tage länger, allerdings gibts dafür neue Steine und der Preis ist in der Regel der gleiche.
07
12V Netzteil 60W
Die Leistung des Netzteils ergibt sich in erster Linie aus den benötigten Verbräuchen von Raspberry Pi mit USB-Peripherie, Power Module, Display und Display Controller. Ich habe mich dabei am oberen Limit der Leistungsangaben orientiert. Vermutlich würde die Hälfte der Leistung auch locker reichen um alle Komponenten stabil zu versorgen.