Das Pantasy-Modell
Der Ausgangspunkt war der Pantasy 85005 Retro-PC, den ich zu Weihnachten bekommen habe.
MAKING OF / ENTWICKLUNG
Die Entwicklung von BrickDOS hat einige Herausforderungen mit sich gebracht, aber vor allem auch sehr viel Spaß gemacht.
Noch besser ist, dass am Ende nicht nur ein Modell oder ein technischer Prototyp entstanden ist, sondern ein System, das tatsächlich läuft und genutzt werden kann. Besonders reizvoll finde ich, die ursprüngliche Idee des Pantasy-Modells weiterzuführen: Zum nostalgischen Look kommt nun auch eine echte nostalgische Spielerfahrung hinzu.
BrickDOS ist Teil meines Hobbys und verbindet für mich gleich mehrere Leidenschaften: LEGO, Elektrotechnik, Informatik und Gaming. Weitere Zwecke verfolge ich damit nicht. Das Projekt ist dafür da, Spaß zu machen – nicht um damit Geld zu verdienen.
Grafiken und Designs auf dieser Seite sind größtenteils von mir angestoßene und inspirierte KI-Arbeiten. Elektrotechnik, Informatik, Qualitätsmanagement und vor allem kreatives Basteln bekomme ich ganz gut hin. Den künstlerischen Teil überlasse ich aber gern Profis – oder Maschinen. ;-)
BrickDOS ist ein reines Hobbyprojekt und nicht darauf ausgelegt, Geld zu verdienen. Wenn dir das Projekt trotzdem gefällt, freue ich mich natürlich über jeden Chocomel und jedes Schnitzel, das man mir ausgibt. ;-)
Wenn du Fragen zu BrickDOS, zur Hardware, Software oder zum Umbau hast, kannst du mir gerne schreiben. Erwarte aber keine Wunder von meinen Antworten. ;-)
Weitere Projekte, Informationen und sonstige Dinge von mir findest du auf meiner persönlichen Webseite.
ENTSTEHUNG
Der Ausgangspunkt war der Pantasy 85005 Retro-PC, den ich zu Weihnachten bekommen habe.
Aus dem Modell entstand schnell die Idee, darin einen echten Rechner unterzubringen und darauf tatsächlich DOS-Spiele zu spielen.
Gesucht war ein kleiner, bezahlbarer und leistungsfähiger Rechner. Die Wahl fiel schließlich auf den Raspberry Pi.
Parallel zum Hardwareaufbau entstand die Softwarebasis mit Raspberry Pi OS, DOSBox-X, ScummVM, OpenBox und der späteren BrickDOS-Oberfläche.
Die Spiele wurden zunächst am Desktop-PC vorbereitet, einzeln konfiguriert und ausführlich getestet – teilweise ausführlicher als geplant.
Gleichzeitig begann die Suche nach einem 4:3-Display, das mechanisch in den Monitor passt und sich sinnvoll am Raspberry Pi betreiben lässt.
Das passende AUO-Panel wurde schließlich über Alibaba gefunden. Danach hieß es erst einmal: warten.
Display, Controller, Raspberry Pi, Audio, Stromversorgung und Software wurden zunächst außerhalb des Gehäuses gemeinsam getestet.
Auflösung, Boot-Ablauf, Audio, Spielekonfigurationen und die mechanische Integration wurden Schritt für Schritt angepasst.
Erst als das System zuverlässig funktionierte, wurde die komplette Hardware endgültig in das Monitorgehäuse eingebaut.
Und dann kam der wichtigste Test des gesamten Projekts: einschalten, Spiel auswählen und einfach spielen.
ERFAHRUNGEN
Lautsprecher waren im ursprünglichen Aufbau gar nicht vorgesehen. Erst während der Entwicklung wurde klar, dass ein echter Retro-PC ohne eigenen Ton irgendwie unvollständig bleibt.
Die passenden Lautsprecher waren schnell gefunden – für die Gehäuse musste dann allerdings noch einmal BrickLink Studio bemüht werden.
Beim Display kamen mehrere Fragen gleichzeitig zusammen: Welche Schnittstelle eignet sich für den Raspberry Pi, welche Größe passt mechanisch in den Monitor und wo bekommt man ein passendes 4:3-Panel überhaupt noch?
MIPI DSI wäre technisch eleganter gewesen, passende Panels waren aber kaum zu finden. Am Ende führte der Weg zu einem LVDS-Panel von AUO mit separatem HDMI-LVDS-Controller über Alibaba.
Der Rechner musste klein genug für das Monitorgehäuse, bezahlbar und gleichzeitig schnell genug für die geplante Emulation sein. Der Raspberry Pi bot dafür das beste Gesamtpaket.
Im Rückblick hätte für den reinen DOS-Betrieb vermutlich sogar ein schwächeres Modell gereicht.
Einige Schwierigkeiten wurden zunächst als Leistungsproblem des Raspberry Pi interpretiert. Der Wechsel von klassischer DOSBox zu DOSBox-X zeigte jedoch, dass ein Teil der Probleme gar nicht an der Hardware lag.
DOSBox-X wurde damit nicht nur wegen der ursprünglich geplanten Windows-98-Unterstützung, sondern auch für den normalen DOS-Betrieb zur besseren Basis.
Geplant war zunächst, Windows 98 SE als zentrale sichtbare Oberfläche zu verwenden und darüber sowohl DOS- als auch Windows-Spiele zu starten. Die grafische Emulation war auf dem ARM-System jedoch nicht zuverlässig genug.
Das Konzept wurde deshalb auf Raspberry Pi OS als unsichtbare Basis mit direktem Start in die BrickDOS-ASCII-Oberfläche reduziert.
Das Display passt mechanisch erstaunlich gut in den Pantasy-Monitor und entspricht mit 4:3 auch optisch dem gewünschten Zeitraum. Für längere Spielsitzungen ist die nutzbare Bildfläche aber schlicht klein.
Zusätzlich verdecken die Rundungen des Monitorgehäuses Teile der Displayecken.
Das einzelne Raspberry-Pi-System wirkt zunächst vergleichsweise günstig. Display, Controller, Stromversorgung, Adapter, Audio, Kühlung, Kabel und zusätzliche LEGO-Teile summieren sich jedoch.
BrickDOS ist damit kein günstiger Weg, alte Spiele zu spielen. Dafür hätte es deutlich einfachere Lösungen gegeben – aber eben keine, die so viel Spaß beim Bauen gemacht hätte.
Keines der verwendeten Einzelteile ist für sich besonders exotisch. Die eigentliche Arbeit lag darin, Hardware, Stromversorgung, Display, Software, Emulatoren, Spiele und LEGO-Gehäuse so miteinander zu verbinden, dass daraus am Ende ein geschlossenes System entsteht.
TODO / VERBESSERUNGEN
BrickDOS funktioniert – aber genau deshalb fallen jetzt die Dinge auf, die sich noch verbessern lassen. Die Liste ist weniger ein Pflichtenheft als eine Sammlung der Punkte, bei denen ich irgendwann vermutlich doch wieder den Schraubendreher, den Lötkolben oder den Editor auspacken werde.
Die nach außen geführten Anschlüsse sollen mechanisch sauberer und unauffälliger in das Monitorgehäuse integriert werden.
Die aktuell softwareseitige Drehung des Bildes soll nach Möglichkeit direkt vom Display-Controller übernommen werden.
Ein zugänglicher Ethernet-Anschluss würde klassische Netzwerkspiele wie Duke Nukem 3D deutlich interessanter machen.
Die Probleme bei der Emulation von Windows-98-Spielen sollen weiter untersucht werden. Wenn sich dabei ein reproduzierbares DOSBox-X-Problem zeigt, wäre auch ein Beitrag zum Projekt denkbar.
Menühöhen, Zeilenumbrüche und die Darstellung sehr langer Spieltitel können noch robuster und gleichmäßiger werden.
Teile des simulierten Bootvorgangs werden durch die abgerundeten Ecken des Monitorgehäuses abgeschnitten und sollen entsprechend neu positioniert werden.
Langfristig wäre eine systemweite Lösung sinnvoll, die kritische Inhalte aus den verdeckten Randbereichen heraushält, ohne das gesamte Bild unnötig stark zu verkleinern.
Die Funkgeräte sind praktisch und vermeiden sichtbare Kabel. Eine kabelgebundene Variante würde allerdings besser zum Retro-Gefühl passen.
Neue Titel hinzufügen, problematische Konfigurationen nachbessern und die bestehenden Spiele bei längerer Nutzung weiter optimieren.